In Zeiten, in denen beinahe nur Remakes über die Kinoleinwand flimmern erscheint der Autorenstreik in den USA beinahe wie ein schlechter Witz.
Und trotzdem: Ich behaupte, das Kinoprogramm war noch nie so schlecht wie dieser Tage. Die selben Geschichten, die uns damals in unserer Jugend und unserem jungen Erwachsenenalter noch in Staunen versetzten, werden heute nochmal und nochmal aufgewärmt, mit jungen Gesichtern und Oberweiten bestückt für die schnelle Kasse auf den Markt geworfen. Beginn 2006 hatte ich angefangen, Remakes zu boykottieren, mit dem Ergebnis, dass im Vergleich zu früher nur noch sehr selten ins Kino gehe.
Im Grunde habe ich nichts gegen Remakes an sich. Es kann schon zweckmäßig sein, einen Uraltschinken an die heutige Technik und die heutige Kultur anzupassen. Einer meiner Lieblingsfilme ist auch das Remake von Das Ding aus einer anderen Welt von John Carpenter und bei King Kong war es nach knapp 70 Jahren auch verdient.
Aber was die Studios derzeit treiben ist eine Zumutung für den Cineasten. Filme, die heute noch so aktuell sind wie damals und deren Effekte immer noch sehenswert sind, bedürfen einfach keines Remakes. Wer beispielsweise den Actionfilm Die Klapperschlange kennt, fragt sich, was man daran verbessern oder ändern könnte. Ich hoffe wirklich, dass das Projekt gekippt wird, jemand anderes als Kurt Russel kann ohnehin nicht Snake Plissken werden (der im Übrigen ja auch noch lebt und immer noch fit ist, so dass er auch einen dritten Teil spielen könnte).
Anderes Beispiel ist das 2006 über uns hereinbrechende Omen. Der Teufelsbub ist in der Fassung von 1976 immer noch spannend und zeitgemäß. Wozu also nochmal die selbe Geschichte erzählen?
Gut, ich weiß, dass ich mit einem Boykott die Studiobosse am anderen Ende der Welt überhaupt weniger als ein Nasenpopel bedrücke. Selbst wenn es alle in Deutschland machen würden, wäre es ihnen völlig gleich, da der internationale Markt zählt. Meine Hoffnung ist aber, dass unsere heimischen Kinobosse einlenken werden. Wenn sich der 08/15-Krampf nicht mehr an den Mann oder die Frau bringen lässt, merken sie vielleicht, dass es nicht die Raubkopierer sind, die ihnen die Kinos leer räumen, sondern das schlechte Angebot. Man wird umsteigen müssen und dann erreichen uns vielleicht doch einmal die Perlen auf der großen Leinwand; wirklich wunderschöne Filme, die ja doch immer wieder auftauchen und dann aber leider nur als Videoauswertung klammheimlich irgendwann in der Videothek versauern. Innovative Filme wie A Scanner Darkly oder Prestige hätte ich wirklich gerne im Kino gesehen, ebenso wie asiatische Blockbuster, die im fernen Osten sämtliche Rekorde brechen und an uns hier völlig vorbei driften oder Jahre später vielleicht mal von einem kleinen Vertrieb auf DVD erscheinen.
Diese Lücke nutzen die Studios nämlich aus und produzieren auch schonmal ganz ungeniert Remakes von asiatischen Filmen, die keine 5 Jahre alt sind. Aktuellstes Beispiel: The Departed. Wieviele hier wissen schon, dass es sich bei diesem wegen seiner spannenden Geschichte so hochgelobten Film um ein Remake des chinesischen Infernal Affairs handelt, der in seiner Heimat bereits 2 Sequels erfahren hat? Viel lieber hätte ich das grandiose Original mit Andy Lau als die Wiederverwertung mit Leonardo DiCaprio gesehen.
Da also viele Filme einfach in die Kinos kommen, ohne dass man den Hintergrund kennt, habe ich mich entschlossen, künftig eine Remake-Warnung! rauszugeben. Ihr erkennt sie an dem oben verwendeten Symbol und findet dazu nun eine eigenen Kategorie. ich hoffe, noch mehr Leute zum Boykott zu bringen, damit wir im Kino endlich wieder unterhalten und nicht gelangweilt werden.
Übrigens:
Das Logo habe ich selbst erstellt und veröffentliche es hier unter
. Wer es für ähnliche Remake-Warnungen oder als Hinweis für das Ideenrecycling der Hollywood-Studios verwenden möchte ist herzlich eingeladen. Hier habe ich auch noch eine höher aufgelöste Version.








